Wie ist die Funkenmarie mit ihren Freunden ans Meer gekommen? Was tut sie da?

Schreiben Sie uns Ihre(n) Gedanken dazu – gern auch als Geschichte, Gedichte oder Song!

Eine fachkundige Jury wird die Gewinnerin oder den Gewinner ermitteln.
Gewinnen Sie zwei Leuchtmittel Ihrer Wahl und die Veröffentlichung Ihrer Einsendung auf der Irrelichter-homepage.
Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2012.
Per Post an Irrelichter, Bördenstr. 17, 59494 Soest oder über das Kontaktformular.



Als Gewinnerin wurde Frau Marilu Klein aus Kassel ausgewählt; ihren Beitrag fand die Jury besonders gelungen:
"Erfüllt von Licht und Schönheit hat die Funkenmarie einen weiten Raum zum Strahlen gesucht. Überall war es ihr zu eng, zu laut, zu überfüllt oder der städtische Lichtmüll hat ihre besondere Art der Ausstrahlung mit seinem neongleißenden Flackern übertüncht - sie ist im Schein der grellen Leuchten förmlich untergegangen. Ihre Vitalität war dementsprechend gedimmt, und als echte Funkenmarie hatte sie über kurz oder lang von dem bisherigen Lebensentwurf die Nase voll.
In weiser Kommunikation mit ihren Freunden Blinki und Shell Groove beamte sie sich, mit nahezu unvorstellbarer Lichtgeschwindigkeit, genau dorthin, wo sie noch nie gewesen war - ans wundersam blaugrüne Meer. Weder Sandwurm noch Feuerqualle hatten je solche Wesen wie sie gesehen.
Begeistert von der unendlichen Weite, dem gigantischen Farbspiel des Meeres, das sich über den Horizont mit dem Himmel verbindet, und der speziellen Art des Untergrundes, der in fantastischer Weise jede elektrische Zuleitung im Sande versinken lässt, wagten die drei Freunde nun - begleitet von einigen eher unscheinbaren Strandglühern - das gigantische Abenteuer der Erleuchtung am Meeresstrand."


Herzlichen Glückwunsch!

Irrelichter hat 2012 die dOKUMENTA(13) besucht und sich der Kunstkritikerin Lori Waxman präsentiert - ihr Kommentar:

 

60 WRD/MIN ART CRITIC // KASSEL

Anna Schmidt

A brief history of artistically designed lamps would have to include Isamu Noguchi’s paper- covered modernist orbs, Philippe Starck’s many postmodern witticisms, and the cute metal cow head that stood by my bedside when I was a teenager. Anna Schmidt’s “Funky Mary” glows somewhere in between them all. Originally just a floor lamp with a fussy wooden base and a cream silk shade trimmed in black velvet, the device was utterly transformed by Schmidt’s addition of organza and chicken wire. The shade became a swishy ladies’ skirt, complete with legs hanging below and a bustier-wearing torso above. Other creations by Schmidt reimagine the lamp shade with slightly less bawdiness but an equal understanding of its inherent possibilities. Magazine pages, hand-knit wool, painted fabric and variously deconstructed and reconstructed found shades abound; light is used both in its presence and in its absence; even the metal frame that holds it all together invisibly becomes a striking element. A perfect reading light these are not—but then, with the advent of e-readers, we no longer really need lamps just for lighting up the printed page.

—Lori Waxman 9/12/12 2:40 PM

 

Deutsch:

Eine kurze Geschichte der künstlerisch gestalteten Lampen muss Isamu Noguchis mit Papier überzogenen modernistische Kugeln in Betracht ziehen, Philippe Starcks zahlreiche postmoderne, humorvolle und geistreiche Hervorbringungen und die süße Kuh aus Metall, die an der Seite meines Bettes stand, als ich ein Teenager war. Anna Schmidts „Funky Mary“ leuchtet irgendwo dazwischen. Ursprünglich war es eine Bodenlampe mit einem übertrieben sorgfältig gestalteten hölzernen Fuß und einem Schirm aus cremeweißer Seide, der mit schwarzem Samt eingefasst war. Schmidt hat nun diesen Gegenstand völlig verändert, indem sie ihn mit Organza und Maschendraht versehen hat. Der Schirm wird so zu einem todschicken Frauenrock, der durch Beine vervollständigt wird, die an ihm herunter hängen und einem Torso darüber, der in einem Bustier steckt. Andere Kreationen von Schmidt erfinden die Lampe etwas weniger unzüchtig neu, doch auch hier zeigt sich gleiches Verständnis für die vorhandenen Möglichkeiten. Magazinseiten, handgestrickte Wolle, gefärbter Stoff und zahlreiche, dekonstruierte und rekonstruierte, gefundene Schirme. Das Licht wird sowohl dann genutzt, wenn es leuchtet, wie auch dann, wenn es dies nicht tut. Sogar der metallene Rahmen, der all das unsichtbar zusammenhält, wird zu einem frappanten Element. Perfektes Leselicht versprechen diese Leuchten gewiss nicht – doch in Zeiten des e- books brauchen wir ohnehin keine Lampen mehr, um bedruckte Seiten zu erhellen.




Es war einmal ein Irrlicht, das hatte sich verirrt und tanzte blass und ruhelos durch die Nacht. Da erbarmte sich seiner eine Fee. Sie gab ihm ein Kleid aus Feenstoff und setzte es auf einen festen Stab. So fand es endlich Ruhe und erstrahlt und leuchtet seither in irren Farben!